| Wie viel Öffnung sollte ein Teleskop haben ? |
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| Geschrieben von: Bernd Recktor |
| Mittwoch, 16. Dezember 2009 um 18:09 |
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Das ist im Grunde von 3 Bedingungen abhängig ! 1. Wo soll das Beobachtungsgerät aufgestellt werden (mobil oder stationär)2. Für welchen Zweck soll es verwendet werden (visuell oder fotografisch)3. Was darf das Instrument kosten.
1. Wo soll das Beobachtungsgerät aufgestellt werdenWenn das Gerät ortsgebunden bleiben soll, so setzen die regionalen Verhältnisse der typischen Luftunruhen (Seeing) eine Obergrenze für die Öffnung. Bei uns hier am Niederrhein hat das Seeing etwa 1 Bogensekunde (1.0"). Details, die kleiner als 1" sind, lassen sich hier nicht darstellen oder erscheinen mindestens 1" groß. Jedes Teleskop, das höher auflösen kann (z.B. 0.6" o. 0,2") wäre hier unterfordert. Mehr Öffnung bringt dann bestenfalls noch mehr Licht aber nicht mehr Details. Je höher der Beobachtungsort liegt um so günstiger wird das Seeing. In 4000m Höhe lohnt es sich dann 8m Spiegelteleskope aufzubauen. In den Fällen, wo das Beobachtunginstrument mobil sein soll, kommen noch andere Einschränkungen dazu. Die Transportierbarkeit von Montierung, Optik und Zubehör spielt da schon fast die größere Rolle. Ein Newton mit 10 Zoll (25,4cm) Öffnung wiegt so um die 16Kg. Dieses Gewicht muß immerhin präziese auf die Prismenklemme der Montierung gehoben und in einem Arbeitsgang mit den Fixierschrauben befestigt werden (ohne Krazer und Dellen zu machen oder sich die Finger zu klemmen). Ich glaube , hier liegt auch die Obergrenze. Die dazu erforderliche Montierung nebst Gegengewichte und Dreibenstativ wiegt nochmal mindestens das Dreifache. 2. Für welchen Zweck soll es verwendet werdenWer ausschließlich beobachten möchte (visuell), für den ist ein kleines Öffnungsverhältnis "f" (f=Brennweite/Öffnung) viel wichtiger als lediglich eine große Öffnung. Bei einem Teleskop mit f5 sind Galaxien, Sternhaufen und die meisten Nebel gut zu sehen. Bei gleicher Öffnung aber mit doppelter Brennweite f10 wird es schwieriger das Beobachtungsobjekt vom Hintergrund zu unterscheiden. Als Daumenregel kann man sich also folgendes merken: je mehr Vergrößerung angewendet wird (größeres Öffnungsverhältnis oder kleiner Okularbrennweite oder spezielle zusätliche Vergrößerungslinsen), desto schwächer wird der Kontrast. Dem kann eine größere Öffnung, unter Beachtung von Punkt 1 und 3, entgegenwirken. Für fotografische Zwecke kommen eher andere Anforderungen an die Optik in Betracht. Das sei aber an anderer Stelle beschrieben, an der es speziell um Astrofotografie geht. Ein schwacher Kontrast (großes Öffnungsverhältnis oder starke Vergrößerung) kann einfach durch längere Belichtungszeit(Analogfotografie) oder Gesamtbelichtungszeit(Digitalfotografie) ausgeglichen werden. Mehr Öffnung bringt hier kein Vorteil. Bei der Deatailgenauigkeit schon eher aber nur dann, wenn die Kamera die höhere Auflösung verwerten kann. 3. Was darf das Instrument kosten.Je größer die Öffnung eines Teleskops ist, um so aufwendiger ist dessen Herstellung und um so teuerer wird es. Die Bauart spielt dabei keine Rolle.
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| Aktualisiert ( Donnerstag, 17. Dezember 2009 um 19:03 ) |